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Schwarzwalddurchquerung auf dem “Mountainbikeweg Schwarzwald”
Im August 2005 starteten Christiph und ich unser Vorhaben
von zu Hause auf den Feldberg zu fahren. Für die Streckenplanung nahmen wir den “Mountainbikeweg Schwarzwald” als Grundlage. Davon sind schon die verschiedensten Abwandlungen beschrieben und da wir zumindest den Anfang der
Strecke von Wanderungen schon kannten, haben wir auch unsere eigene Version entworfen, die durch teilweises Ausweichen auf den Westweg einige schöne Singeltrails und konditionelle Herausforderungen bereit hält und auch markante
Gipfel nicht auslässt..
1. Etappe: Waldbronn-Schwanner Warte-Dobel-Hohloh-Forbach-Schwarzenbachtalsperre- Ochsenstall(Hornisgrinde)
Start war 9 Uhr in Waldbronn. Wir folgen zunächst der
Streckenführung des Mountainbikeweges, biegen jedoch nach Dobel nicht ins Gaistal ab. Wir fahren weiter rauf, über den Langmahdskopf Richtung Hohloh. Der Hohloh(ca. 12 Uhr) ist die erste markante Abweichung vom eigentlichen
Mountainbikeweg, den man sich aber nicht entgehen lassen sollte. Wer die Gegend nicht kennt, sollte auf jeden Fall einen Abstecher zu einem der Hochmoore machen. Nachdem auf dem Hohloh recht gemächlich die ersten 800 Höhenmeter
geschafft sind, werden dann auf kurzer Strecke gleich wieder ca. 600 bei der Abfahrt nach Forbach vernichtet. Bei dem Gedanken daran, daß ab Forbach wieder 700 Hm Aufstieg bis zum Tagesziel Ochsenstall auf uns warteten, mochte
mir diese Abfahrt nicht so den rechten Spaß bereiten. Der Aufstieg über die Schwarzenbachtalsperre hat es vor allem kurz hinter Forbach in sich. Wohl auch der Grund dafür, daß der eigentliche Radweg hier nicht entlang führt.
Für jeden, der gute Kondition hat, ist jedoch die Talsperre (ca. 15 Uhr) ein Muß. Der ideale Platz zur Rast. Parallel zur Schwarzwaldhochstraße geht es dann dem Tagesziel entgegen. Der Ochsenstall (ca. 17.30 Uhr) ist ein
Wanderheim am Fuße der Hornisgrinde. Hier sind Biker herzlich willkommen. Sehr zu empfehlen!
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2.Etappe: Hornisgrinde-Schliffkopf-Alexanderschanze-Kniebis-Zwieselberg-Wolfach
Schlechter hätte der 2. Tag nicht beginnen können. Es
schüttete wie aus Kannen. Jetzt musste unsere Ausrüstung beweisen, was sie taugt. Eigentlich sollte der Tag mit der Gipfelfahrt auf die Hornisgrinde beginnen. Da dies bei den Wetterbedingungen nun wirklich keinen Sinn machte
und wir die Hornisgrinde auch zur Genüge kennen, entschlossen wir uns schweren Herzens auf diesen Gipfel zu verzichten und ihn zu umfahren. Wir starteten ca. 8 Uhr. Kaum 1 km vom Ochsenstall wurden wir von Forstarbeiten
überrascht. Wir liesen uns jedoch nicht vom Weg abbringen und nahmen die Schlammschlacht an. In der Tagessumme sollte uns das jedoch jeweils eine Satz Bremsklötze kosten. Ab dem Seibelseckle folgten wir dann zunächst dem
Westweg. Bei Regen, Wind, Kälte und tiefem Boden waren Männer gefragt ;o). Landschaftlich ist in diesem Bereich auf jeden Fall der Westweg zu empfehlen, ein Moutainbike ist jedoch unbedingt erforderlich. Bei Alexanderschanze
stößt man dann wieder auf den eigentlichen Radweg. Durchgefroren und ziemlich fertig freuten wir uns auf eine Rast und ein Aufwärmen in Kniebis. Aber denkste! Drei Lokale hatten wegen Ruhetag geschlossen. Dienstags ist in
Kniebis tote Hose. Ein Blick auf die Karte verriet, daß Zieselberg (ca.13.30 Uhr) unsere letzte Chance war an was Warmes zu kommen. Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn uns dort auch ein Ruhetags-Schild empfangen hätte.
Aber wir hatten Glück. Das Hotel Hirsch hatte geöffnet und ließ uns auch so verdeckt und durchgeweicht in seinen neu renovierten Räumen tafeln. Mann, war der Rehbraten lecker! Während des Essens kamen die ersten Sonnenstrahlen.
Der Regen hatte ein Ende und durch tiefen Schwarzwald ging es Richtung Wolfach. Noch ein Highlight ist die Abfahrt durch das Übelbachtal, zwar nur Strasse, aber was für eine Landschaft! Da der Ochsenstall die einzige
Unterkunft war, die wir im Voraus gebucht hatten (wir wollten in der Etappen-Gestaltung unabhängig sein), hieß es in Wolfach zunächst auf Zimmersuche
gehen. Über das Fremdenverkehrsamt landeten wir nebenan im Haus SARTORY. Auch hier gilt: Bikers welcome! Preiswert und urig!
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3.Etappe: Wolfach-Gutachtal-Rensbach-Brend-Kalte Herberge-Neustadt
Auf dieser Etappe waren wir mehr auf dem Westweg als auf dem
eigentlichen Radweg unterwegs. Wir fuhren zunächst ins Gutachtal, vorbei am Freilichtmuseum, um dann bei Steingrün über das Steinenbachtal fast direkt wieder auf die Höhe zu fahren. Das war mal wieder nix für Weicheier:
Schotter und so steil, daß wir immer wieder damit zu kämpfen hatten, daß das Vorderrad nicht hochkommt. Aber wenn man dann oben ist, fühlt man sich doch irgendwie gut, wenn man es ohne schieben geschafft hat. Wir bestiegen
zunächst den Huberfelsen und freuten uns auf eine laut Karte geruhsamen Höhenweg, der dann wieder dem Radweg folgt, nach Rensberg, wo wir einkehren wollten. Aber der Höhenweg war durch den Regen am Vortag aufgeweicht, wir
fuhren noch in den Wolken und obwohl es nur leicht anstieg, war es ätzend. Rensberg hielt dann auch nicht was die Karte versprochen hatte - alles war dicht. Hier bogen wir wieder auf den Westweg ab, denn der Radweg führt
wieder ins Tal. In einem urigen Kaffe ( Bauernhof Silberberg) wurden mit frischem Heidelbeerkuchen verwöhnt (Schon deshalb sollte man unbedingt Anfang August fahren!). Über den Brend und die Kalte Herberge ging es nach
Neustadt. Jetzt wird der Schwarzwald offener - ich finde ihn hier am schönsten.
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4.Etappe: Neustadt-Saig-Feldsee-Feldberg-Todtnauberg-Wiedener Eck-Belchen die Königsetappe!
Dies sollte einer der unvergesslichen Tage werden!
Bei Traumwetter hielten wir uns diesmal weitgehend an den Mountainbikeweg. Als wir am Feldsee vorbei auf dem Feldberg ankamen, wurden jede Menge Glückshormone freigesetzt, daß Christoph spontan noch auf die Idee kam noch heute den Belchen zu stürmen. Also buchten wir vom Feldberg aus per Handy im “Wiedener Eck”, stärkten uns in der Todtnauer Hütte wieder mal mit frischem Heidelbeerkuchen und machten uns auf den Weg. Als wir 16 Uhr im “Wiedener Eck” ankamen und die Sauna lockte, verließ Christoph die Lust zum Belchen-Sturm, aber ich konnte mich durchsetzen. Zur Strafe hängte er mich dann bei der Gipfelfahrt meilenweit ab, aber gegen 18.30 Uhr standen wir beide fast allein auf dem Belchen und genossen eine grandiose Fernsicht im letzten Sonnenlicht. Die Rückfahrt zum Wiedener Hof führte über geile (sorry, aber anders kann man diese Wege nicht beschreiben) Single-Trails. Dann noch duschen und die vom “Feinschmecker” empfohlene Küche geniessen - hier schießt der Chef den Hisch noch selbst und die Spätzle sich wirklich handgeschabt!
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5.Etappe: Wiedener Eck-Kandern-Lörrach
Dies sollte der Tag werden, an dem wir für die
Energieleistung des Vortages bitter bestraft werden sollten. Irgendwie hatte sich in unseren Köpfen festgesetzt, daß wir nur noch gemüthlich bergab aus dem Schwarzwald radeln müssen. Dies war ein schwerer Irrtum. Ein ständiges
Auf und Ab teilweise auf fiesen Schotterpisten artete noch einmal in Quälerei aus, zumal der Allerwerteste sich von Meter zu Meter mehr meldete. Die letzten Körner waren wohl am vorhergehenden Tag verschossen worden. In Kandern
beschlossen wir schnellstmöglich zum Bahnhof nach Basel zu kommen und verabschiedeten uns von Mountainbikeweg. Über das Kandertal ließen wir es rollen, an Lörrach vorbei zum Bahnhof nach Basel.
Ein unvergeßliches Erlebnis war zu Ende.
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